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Genossenschaft der fachärztlichen Versorgung
von Kindern und Jugendlichen

Rubriken | PädNetzS Info

2024/1

Bericht vom Think Tank am 13.01.2024 – Unsere Themen in diesem Jahr

Das neue Jahr haben wir in der PädNetzS eG konstruktiv begonnen. Vorstand, Aufsichtsrat und Gäste trafen sich im Januar im Hotel Landgut Burg in Weinstadt zum diesjährigen Think Tank. Den Auftakt bildete ein gemeinsames Essen am Freitagabend mit anschließender Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat. Am Samstag versammelten wir uns dann in einer angenehm ruhigen, konzentrierten Arbeitsatmosphäre zum eigentlichen Think Tank, um neue Projekte anzustoßen. Unser Treffen fand zum ersten Mal als Hybridveranstaltung statt. Technisch verlief diese reibungslos und etwa ein Drittel der Gäste hat das zusätzliche Angebot, online teilzunehmen, genutzt.

Nach der Begrüßung und einleitenden Worten durch unseren Vorstandsvorsitzenden Rudolf von Butler stand zuerst die Ideensammlung auf der Agenda. Welche Themen für unsere Mitglieder
von Interesse sein könnten, bestimmt, welche Inhalte wir als Gesellschaft in diesem Jahr umsetzen wollen. Wie gewohnt brachten die Teilnehmer:innen zahlreiche Vorschläge ein, aus deren Gewichtung sich das Tagesprogramm ergab.

Der Vormittag war folgenden Themen gewidmet:
PädNetzS und neue Medien

Im Mittelpunkt standen das PädNetzS Info Magazin sowie die Gestaltung unserer Homepage. Hier ist im Rahmen eines Social Media Auftritts eine neue Rubrik für unsere jungen Kolleg:innen in Weiterbildung geplant mit Interviews, Berichten zu Landesthemen und weitere für diese Gruppe relevanten Beiträgen. Unser Newsletter, der bisher als Rundmail verschickt wird, soll zukünftig außerdem auf der PädNetzS Homepage unter „Aktuelles“ veröffentlicht werden.

EDV Technik

Neue Anforderungen in der Praxisverwaltung erfordern regelmäßig, dass EDV Programme angepasst werden müssen. Bei älteren Programmen ist das manchmal ein Problem. Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir unsere Mitglieder bei einem geplanten Wechsel der EDV Technik mit Informationen unterstützen können. Wie können wir uns gegenseitig von unseren Erfahrungen profitieren lassen? Hierfür beabsichtigt PädNetzS eine Mitgliederumfrage durchzuführen, für die die verwendeten EDV Systeme hinsichtlich ihrer Nutzerfreundlichkeit
sowie der Zufriedenheit der Nutzer:innen mit dem jeweiligen Support abgefragt werden. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse soll in PädNetzS Info erscheinen, darüber hinaus Besonderheiten an einigen Fallbeispielen dargestellt werden. Zudem ist eine Checkliste
angedacht, die erläutert, welche Argumente für oder gegen einen Wechsel sprechen und was bei einem Wechsel zu beachten ist.

Vielleicht können sich einige Genossenschaftsmitglieder vorstellen, sich für eine Hospitation des von ihnen genutzten Programms zur Verfügung zu stellen? Diese könnte vor Ort in den Praxen, als auch online geschehen. Mittels einer von uns angelegten Datenbank wird für alle Mitglieder ersichtlich sein, welche Praxis für welches EDV System eine Hospitation anbietet.

Medizinische Versorgung der Kinder und Jugendlichen im Rems-Murr-Kreis und Pforzheim/ Bedarfsplanung und Versorgungsrealität in Baden-Württemberg 

Wie Kolleg:innen aus dem Rems-Murr-Kreis berichten, liegt dort der momentane Vesorgungsgrad für Kinder und Jugendliche bei ca. 80% . Um eine gute Versorgung gewährleisten zu können, müsste dieser um 40 % höher liegen. Könnte man die Kliniken in die Pflicht nehmen, sich an der ambulanten Kinder- und Jugendmedizin zu beteiligen? Beim aktuellen Personalmangel, von dem viele Kliniken betroffen sind, verfügen nur wenige über zusätzliche Kapazitäten für den ambulanten Bereich. Auch die Realisierung eines MVZ, das in
Pforzheim zur Entlastung der niedergelassenen Kinderärzt:innen geplant ist, ist noch nicht gewährleistet. Welche Möglichkeiten könnten noch zur Entlastung verfolgt werden: Elternschulungen, da oft basale Kenntnisse fehlen? Die Stärkung der ambulanten Kinder- und Jugendpsychatrie, weil kinder- und jugendpsychatrische Fragestellungen in vielen Praxen einen immer größeren Umfang einnehmen? Wäre eine Aufgliederung in eine medizinische Basisversorgung vor Ort, d.h. die Konzentration auf Vorsorge, Impfung und Akutversorgung am Wohnort der Patient:innen und eine darüber hinausgehende Versorgung sowie speziellere Untersuchungen überregional denkbar? Diese und weitere Ideen wurden diskutiert.

Dass die angespannte Situation in den Praxen u.a. mit der Niederlassungsbeschränkung zu tun hat, war in den letzten Info Ausgaben in verschiedenen Berichten angesprochen worden. Nun wird sich in der Genossenschaft ein festes Team zum Thema “Versorgungsrealität in den einzelnen Landkreisen” bilden. Jährlich sollen Umfragen durchgeführt werden, um in jedem Landkreis Veränderungen in der ambulanten Versorgung zu ermitteln, welche sich unmittelbar oder langfristig auf die Versorgungsqualität auswirken. Die Zunahme an Aufgaben wie beispielsweise neue Impfungen soll darin ebenfalls erfasst sein. Eine Darstellung der Einwohnerentwicklung soll ergänzend hinzukommen. Im kommenden April erwartet Sie in der
Info außerdem ein Artikel zum Thema Bedarfsplanung. Durch welche Institution wird sie eigentlich erstellt, welche Ausschüsse sind daran beteiligt?

Der Nachmittag galt den Themen
Weiterbildung und Nachfolge

Unser Vorstandsmitglied Folkert Fehr lieferte mit einem Impulsreferat zu den Punkten Förderung, Weiterbildungsverbünde sowie Realisierungsvorhaben der PädNetz Akademie den fachlichen Input für die anschließende Diskussion.

Wir halten eine rasche Einführung der Weiterbildung in der Pädiatrie analog zur Allgemeinmedizin für unbedingt erforderlich. Die Voraussetzung hierfür ist eine Sicherung der Weiterbildungsförderung. Hierzu müssen zuerst einmal die gesetzlichen Grundlagen für das Fachgebiet der Kinder- und Jugendmedizin geschaffen werden. Die bereits vom Land sowie von der KVBW getroffenen mündlichen Zusagen zu Übergangslösungen bis zur geplanten
Gesetzesänderung müssen dringend eingehalten werden, dafür wird PädNetzS mit den politischen Vertreter:innen weiterhin aktiv im Gespräch bleiben. Außerdem ist ein Positionspapier zur Darstellung unserer Probleme und Forderungen in Planung. Ein weiteres Ziel
ist, die Einrichtung von Koordinierungsstellen, die die Organisation und die Rotation in den Weiterbildungsstellen innerhalb der Weiterbildungsverbünde unterstützen. Um eine gute Weiterbildung flächendeckend zu gewährleisten, sehen wir es darüberhinaus als
notwendig an, einen einheitlichen Weiterbildungsvertrag für Baden Württemberg zu entwerfen. Ein solcher Vertrag mit Vorgaben zu Lehrinhalten und Lernzielen würde nicht nur die Vermittlung der Weiterzubildenden durch die Koordinierungsstelle erleichtern, sondern
auch den Umgang mit Situationen wie Umzug oder Krankheit regeln. Hierfür soll ein runder Tisch mit den Vertragsakteuren organisiert werden.

Es bleibt also spannend. Um 16.03 Uhr wurde das Think Tank durch Rudolf von Butler offiziell beendet. Mit einem letzten Plausch bei Kaffee und Kuchen schlossen wir unser Zusammenkommen ab. Falls Sie an einem der Themen mitwirken möchten, melden Sie sich bitte bei der Redaktion. Gerne stellen wir den Kontakt zu den Arbeitsgruppen her.

Susanne Schöninger-Simon