Dieses Buch empfinde ich als sehr hilfreich für uns als Kinder- und Jugendarztpraxen. Es beschreibt sehr gut, wie wir als Team und medizinisches Fachpersonal verwaiste Eltern trösten und ihnen konkret weiterhelfen können.
In dieser unfassbar schweren Situation sind oft wir die ersten Ansprechpartner*innen schlichtweg, weil wir neben der Familie diejenigen sind, die das Kind am besten kennen und am häufigsten sehen – oft von der ersten U-Untersuchung an. Diese tiefe Verbindung macht unsere Rolle so entscheidend, aber auch so herausfordernd. Und daher bin ich von diesem Buch sehr überzeugt.
Die Lücke füllen: Hilfe für die Helfer*innen
Aus der eigenen Erfahrung einer schmerzhaften Informationslücke heraus hat Ulrike Meindl dieses Projekt gewagt, ein stimmiges Gefüge aus berührenden Erfahrungsberichten und praktischen Hilfen zu schaffen. Es ist ein Werk entstanden, das uns befähigt, Trauernde sensibel zu begleiten, ohne dabei den Blick auf die notwendige Unterstützung zu verlieren.
Ein besonderer Fokus: Die Geschwisterkinder
Ein Aspekt, der mir in meiner Arbeit als Sozialpädiatrie-Assistentin besonders wichtig ist, ist die Rolle der Geschwisterkinder. Sie werden in der akuten Not der Eltern oft zu „vergessenen Trauernden“. Das Buch gibt uns Werkzeuge an die Hand, um auch ihre Bedürfnisse zu sehen:
• Wie trauern Kinder in verschiedenen Entwicklungsphasen?
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Wie können wir als Praxis sicherstellen, dass sie im Schatten des Verlusts nicht unsichtbar werden?
Kulturelle Brücken schlagen
Als Angehörige der syrisch-aramäischen Minorität weiß ich, dass Trauer oft stark gemeinschaftlich und rituell geprägt ist. In meiner Kultur trägt die gesamte Gemeinde den Schmerz mit. Doch gerade in der Diaspora prallen diese Traditionen manchmal auf ein eher zurückhaltendes medizinisches System. Das Buch hilft uns dabei, eine einfühlsame Kommunikation zu finden, die kulturelle Unterschiede respektiert und dennoch professionelle, psychologische Hilfe vermittelt.
Fazit
Die Herausforderung besteht darin, sich empathisch auf die spezifischen Emotionen – je nach Todesart des Kindes – einzulassen und trotzdem handlungsfähig zu bleiben. Ulrike Meindl hat ein wichtiges Buch geschrieben, das Mut macht, hinzusehen statt wegzuschauen.
Kabriella Abdulahad
Medizinische Fachangestellte (MFA), Sozialpädiatrie- und
Präventionsassistentin in einer Gemeinschaftspraxis für Kinder- und Jugendmedizin in Sinsheim
Ulrike Meindl:
Verwaiste Eltern begleiten –
Praxisbuch für medizinisches Fachpersonal
Kosten: 19,90 Euro
Eine Initiative der BA.
Unternehmensgruppe zur Unterstützung des Bundesverbandes
Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V.
Der Erlös aus dem Buchverkauf geht als Spende an den Verband.
Vorbestellung bei der BA Impfstoffe GmbH:
https://www.ba-unternehmensgruppe.de/datenschutzfuersbuch.pdf
Bestellfax-Nr. 05451/969177415